Schwangerschaftsvergiftung erkennen:
Symptome, Risiken & Checkliste

Die Präeklampsie (umgangssprachlich Schwangerschaftsvergiftung) ist eine ernstzunehmende Erkrankung. Hier erfahren Sie, auf welche Warnsignale Sie achten müssen und wann schnelles Handeln lebenswichtig ist.

⚠️ Wichtiger Hinweis

Dies ist kein Ersatz für ärztliche Beratung. Wenn Sie starke Kopfschmerzen, Sehstörungen, Oberbauchschmerzen oder das Gefühl haben, dass "etwas nicht stimmt", kontaktieren Sie sofort Ihren Arzt, Ihre Hebamme oder suchen Sie ein Krankenhaus auf. Zögern Sie nicht!

Was ist eine Schwangerschaftsvergiftung?

Der medizinische Fachbegriff lautet Präeklampsie. Früher nannte man sie auch Gestose. Es handelt sich um eine Erkrankung, die meist in der zweiten Schwangerschaftshälfte (nach der 20. Woche) auftritt. Sie ist gekennzeichnet durch Bluthochdruck und oft auch Eiweiß im Urin. Unbehandelt kann sie für Mutter und Kind gefährlich werden.

Die 3 klassischen Hauptsymptome

Ärzte sprechen oft von einer "Gestose-Trias", wenn drei Symptome zusammenkommen:

  • Bluthochdruck (Hypertonie): Werte von 140/90 mmHg oder höher sind ein Warnsignal, besonders wenn Ihr Blutdruck zuvor normal war.
  • Eiweiß im Urin (Proteinurie): Dies wird bei Ihren Vorsorgeuntersuchungen mit einem Teststreifen festgestellt.
  • Wassereinlagerungen (Ödeme): Achtung: Leichte Schwellungen sind normal. Aber wenn Gesicht und Hände plötzlich stark anschwellen oder Sie innert weniger Tage 1-2 kg zunehmen, ist das verdächtig.

Checkliste: Weitere Warnsignale (Sofort zum Arzt!)

Eine Präeklampsie kann sich schleichend, aber auch rasend schnell entwickeln. Achten Sie auf diese Signale Ihres Körpers:

👁️
Sehstörungen

Augenflimmern, Lichtblitze, Verschwommensehen oder schwarze Punkte.

🤕
Starke Kopfschmerzen

Besonders im Stirnbereich, die auch durch Ruhe oder Wasser trinken nicht weggehen.

🤢
Übelkeit & Erbrechen

Wenn Übelkeit im 2. oder 3. Trimester plötzlich neu auftritt.

👉
Oberbauchschmerzen

Rechts unter den Rippen (Lebergegend). Ein sehr ernstes Warnzeichen!

Was ist das HELLP-Syndrom?

Das HELLP-Syndrom ist eine besonders schwere Verlaufsform der Präeklampsie. Es ist selten, aber lebensbedrohlich. Der Name steht für:

  • H (Hemolysis): Zerfall roter Blutkörperchen
  • EL (Elevated Liver enzymes): Erhöhte Leberwerte
  • LP (Low Platelet count): Niedrige Thrombozytenzahl (Blutgerinnungsstörung)

Das Tückische: Das HELLP-Syndrom kann manchmal ohne vorherigen Bluthochdruck auftreten. Starke Oberbauchschmerzen (rechts) sind oft das Leitsymptom.

FAQ: Häufige Fragen

Kann eine Schwangerschaftsvergiftung dem Baby schaden?
Ja. Durch die verengten Gefäße wird die Plazenta schlechter durchblutet. Das Baby wird evtl. nicht mehr optimal mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgt. Eine frühzeitige Entbindung (oft Kaiserschnitt) ist manchmal notwendig, um das Kind zu schützen.
Wer hat ein erhöhtes Risiko?
Risikofaktoren sind u.a.: Erstgebärende, Alter über 40 oder unter 18, Mehrlingsschwangerschaften, Übergewicht (Adipositas), Diabetes, bestehender Bluthochdruck oder Präeklampsie in einer früheren Schwangerschaft.

Fazit: Hören Sie auf Ihr Bauchgefühl

Die meisten Schwangerschaften verlaufen komplikationslos. Dennoch ist es wichtig, die Symptome zu kennen. Die Vorsorgeuntersuchungen sind der wichtigste Schutz – lassen Sie keinen Termin aus! Und wenn Sie sich unwohl fühlen:Lieber einmal zu oft zum Arzt als einmal zu wenig.